Großenhain hat ca. 420 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.
Die geschichtsträchtigen Gebäude der Stadt kennt fast jeder Großenhainer. Doch nicht immer ist bekannt, was einst hinter den Mauern verborgen war oder gar heute noch zu sehen ist.

Wer sich zu einem Spaziergang durch die Altstadt aufmacht, findet an vielen Häusern eine Erklärung dazu. Mit den Hinweistafeln soll die 800-jährige Geschichte erlebbar werden. Zugleich soll erinnert werden an jene Jahre, in denen die Menschen viel Leid erfuhren. Dabei spielt immer wieder das Jahr 1744 eine Rolle. Die Geschehnisse jenes Tages nehmen ihren Ausgangspunkt in der Töpfergasse 6, wo abends gegen 21 Uhr im Grundstück der Fleischerei Schlegel ein Brand ausbricht, der binnen drei Stunden drei Viertel der Stadt zerstört.
Für das Rathaus auf dem Hauptmarkt ist es bereits das zweite große Unglück. Das 1404 erstmals urkundlich erwähnte Rathaus soll bereits 1429 durch die Hussiten zerstört worden sein.
Der Neubau aus dem Jahre 1492 wurde dann beim Stadtbrand vernichtet. Der folgende Bau fällt 1872 einem Brand zum Opfer. Drei Jahre später erfolgt der Wiederaufbau, so wie er heute zu sehen ist.
Dem Stadtbrand 1744 zum Opfer gefallen sind auch drei Stadttore (Dresdner Tor, Meißner Tor, Naundorfer Tor). Lediglich das Wildenhainer Tor blieb von den Flammen verschont. Der 4-Tore- Brunnen in der Mozartallee erinnert daran.
Über die wechselvolle Geschichte der Großenhainer Häuser berichtet auch ein historischer Stadtführer, der in Form eines Faltblattes gegen eine Schutzgebür erhältlich ist. Mit ihm kann man sich zu Fuß auf den Geschichtspfad begeben und die einzelnen Stationen besuchen.
Zu den ältesten und zugleich bekanntesten Gebäuden Großenhains gehört das Schloss. 1289 erstmals als wichtige Burg erwähnt, wurde die Anlage in folgenden Jahrhunderten erweitert, zerstört, aufgebaut und umgebaut, beherbergte sogar eine Brauerei und später Industriebetriebe. Heute ist es ein Kulturzentrum, welches Großenhain weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt macht. Von der Aussichtspattform des Bergfriedes hat man einen guten Blick über die Stadt.
Eine Vielzahl von historischen Gebäuden, über die es eine Geschichte zu erzählen gibt, bieten der Frauenmarkt, der Hauptmarkt und der Kirchplatz. Am Kirchplatz 2 gab es einst eine Weinhandlung, die als Hoflieferant für Prinz Friedrich August, dem späteren letzen sächsischen König , diente.
(Nach Jürgen Birkhahn aus: Sonderbeilage der Sächsischen Zeitung zum 20. Stadtfest vom 3. - 5. Juni 2005)
