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Die Exportschlager

Mit welchen Produkten sich die Großenhainer Wirtschaft früher einen Namen machte. Und welche es heute noch gibt.

Wer sich im Türkei-Urlaub ein Kleidungstück kauft, könnte damit durchaus eine Stoff haben, der auf einer Textilmaschine aus Großenhain gefertigt wurde. Noch heute exportiert die Großenhainer Textilmaschinen GmbH in verschiedene Länder. Seinen Ursprung hat das Unternehmen in der 1852 von Anton Zschille errichteten Maschinenfabrik, in der zunächst Webstühle repariert, später dann selbst gebaut wurden.

1872 wurden in der zur Großenhainer Webstuhl- und Maschinenfabrik umbenannten Firma noch andere Textilmaschinen hergestellt, ehe ab 1972 Spinnereimaschinen  produziert und in die ganze Welt geliefert wurden. Noch heute sind die Produkte und das Know-how der Großenhainer weltweit gefragt. So wie die Autoanhänger der Stema. 

Die Stema Matallleichtbau GmbH wurde 1951 als volkseigener Betrieb (VEB) Ofenbau gegründet. Die Anhängerproduktion begann 20 Jahre später, aber mit Erfolg, wie die heutige Betriebsbilanz zeigt. Der Betrieb gehört zu den führenden Herstellern von Pkw-Anhängern in Europa. Die Stema entwickelt, produziert und vertreibt Pkw- Lastenanhänger in den Gewichtsklassen 400 bis 2000 kg, Wohnzeltanhänger und Pferdetransporter, Motorrad- und Boottransportanhänger. In 17 europäischen Ländern rollen die Anhänger aus Großenhain. Seit 2001 betreibt der Betrieb ein Fertigungs- und Montagewerk in Ungarn.

Bis zum Ende der DDR- Zeit haben hauptsächlich Textilwaren Großenhain bekannt gemacht. In der Stoffdruckerei waren einmal 1000 Menschen beschäftigt. Als Kattun- und Zitzmanufaktur wurde das Unternehmen 1763 von Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen gegründet. Etwa einhundert Jahre später entstand eine Wachstuchfabrik, später kamen Blechspulen-, Seifen-, Zigarren- und Strumpfwaren dazu.

Damals dachte niemand an einen Flugplatz, auf dem heute ein Automobilhersteller von sich reden macht: Die Funke & Will AG fertigt hier den schnellsten Roadster der Welt. 286 PS, innerhalb von 4,1 Sekunden von Null auf 100 beschleunigt - es ist kein Traum.  Mit dem Namen „Yes" verlassen jährlich 50 handgefertigte Fahrzeuge das Großenhainer Werk an die Kunden in aller Welt.

Foto: Funke & Will
Foto: C. Gärtig

In die weite Welt hinaus liefert auch die Großenhainer Gesenk- und Freiformschmiede. Der noch heute als „Achse" bekannte Betrieb fertigt hochwertige Schmiedeerzeugnisse unter anderem für die Bergbau- und Kohleindustrie, den Kraftwerksanlagenbau, Werkzeug-, Landmaschinen- und Fahrzeugbau. Als Wagen- und Achsenfabrik 1896 gegründet, wurden damals vor allem Pflüge und Wagenachsen gebaut.

Foto: C. Gärtig

Ebenfalls auf internationalem Parkett bewegt sich die Fischbach Kunststofftechnik AG mit ihren Kunststoff- Kartuschen und anderen Verpackungssystemen.  

(Jürgen Birkhahn; aus Sonderbeilage der Sächsischen Zeitung zum 20. Stadtfest vom 3. - 5. Juni 2005)