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Militärflugplatz ist Wirtschaftsstandort

10 Jahre Gewerbegebiet "Flugplatz Großenhain"

30 Firmen haben sich bisher angesiedelt


Zehn Jahre sind es her, dass auf dem Großenhainer Flugplatz die Abrissbirne anrückte. Was einst mitunter skeptisch betrachtet wurde, hat sich heute als ein großer Erfolg erwiesen. Das Gelände des ehemaligen Flugplatzes in Großenhain hat sich zu einem gefragten Wirtschaftsstandort entwickelt.

Als die russische Armee im August 1993 den Großenhainer Militärflugplatz verlassen hatte, stand die Stadt einer heruntergewirtschafteten Liegenschaft von etwa 350 ha gegenüber.

Zugleich sah die Stadt die Chance, hier einen attraktiven Wirtschaftsstandort zu errichten und erwarb vom Freistaat Sachsen vor nunmehr zehn Jahren eine etwa 70 ha große Fläche südlich der Start- und Landebahn.

Kaum, dass der Kaufvertrag unterzeichnet war, rollten auch schon die ersten Baufahrzeuge an. Mit einem enormen Kraftaufwand erfolgten die Abbrucharbeiten und die Altlastensanierung.



Über 150 Gebäude und bauliche Anlagen mussten abgebrochen werden. Darunter unter anderem fünf fünfgeschossige Plattenbauten und 12 ehemalige Flugzeugshelter.


Kampfmittel mussten geborgen und beseitigt werden. Zudem wurden Unmengen an Erde bewegt und schadhafte Böden saniert.


Bereits in den ersten vier Jahren haben 23 Firmen ihr Ansiedlungsinteresse bekundet, 13 Unternehmen hatten bereits einen Kaufvertrag unterschrieben. Damit waren im ersten Bauabschnitt bereits 40 Prozent der Fläche vermarktet.

Die Firma TOOLS, ein Werkzeugfachhandel, siedelte sich als erstes Unternehmen an. Im Oktober 2000 eröffnete es seinen Firmensitz auf dem ehemaligen Flugplatz. Heute feiert bereits das 30. Unternehmen seinen "Einzug" in das Gewerbegebiet.




Das Flugplatz-Projekt entwickelte sich innerhalb eines Jahrzehnts zur Erfolgsgeschichte.

Bisher hat die Stadt in Abriss, Sanierung und Neuerschließung etwa 13,5 Millionen Euro investiert.

Großenhain hatte in den letzten Jahren eine der höchsten Investitionsquoten je Einwohner in Sachsen. Die Stadt setzt auf stabiles Wachstum der kleinen und mittleren Unternehmen und unterstützt sowohl  ortsansässige Unternehmen als auch Neuansiedlungen.


Besonders gelungen ist die Umnutzung einiger ehemaliger Flugzeughangars zu modernen Industrie- und Montagehallen, die sich städtebaulich hervorragend in das parkähnliche Gelände einfügen.

Gleich mehrere Unternehmen siedelten sich in den letzten Wochen und Monaten im Industriegebiet an. Die Palettenhandel/ Palettenlager Sachsen GmbH kaufte ein 5.000 m² großes Grundstück und errichtete in kürzester Zeit ihren neuen Firmensitz zur Umsetzung von ca. 14.000 Paletten im Monat.

Die Creative Factory GmbH kaufte ein Grundstück von 5.200 m² inklusive einer Halle und wird diese ur Weiterentwicklung der Produktion von Lichtreklameanlagen ausbauen.

Große Investitionen stehen ebenfalls bei der Maschinenbau Mischke GmbH an. Sie kauften gleich 1,7 ha Industriefläche. Von ihr werden zunächst eine Fertigungshalle und eine Lagerhalle errichtet, in denen die verschiedensten Produkte der Stahl- und Metallbaubranche hergestellt werden.

Direkt an der B 101 baute die Schneider Moden KG ein Logistik- und Kommissionierungslager.


Ebenfalls direkt an der B 101 wurde die denkmalgeschützte Großenhainer Flugzeughalle (erbaut in den 30er Jahren) von der Bamberger Spedition Pflaum saniert und damit ein modernes Firmengelände geschaffen.
Anfang Oktober gestaltete der Bamberger Kunstmaler Edgar Stengele vier Flächen an der denkmalgeschützten Halle mit Wandbildern zur Entwicklung des Großenhainer Flugplatzes. Gezeigt werden vier Epochen der Fliegerei in Großenhain, angefangen bei der Gründung des Fliegerhorstes über die Zeit des ersten Weltkrieges, des Nationalsozialismus bis hin zur Nutzung des Platzes durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte (Westgruppe der Streitkräfte) in Deutschland.



Auf eine besonders gelungene Gewerbeansiedlung kann die Stadt bei der Firma Jakob & Naumann GmbH stolz sein.
Innerhalb weniger Wochen ist ein sehr schönes Firmengebäude mit einem gut hergerichteten Grundstück entstanden. Der Fachbetrieb besteht bereits seit 1991 und ist als Dienstleister auf die Entsorgung überwachungsbedürftiger und besonders überwachungsbedürftiger Abfälle spezialisiert. So entsorgt das Unternehmen industrielle, gewerbliche und private Abfallstoffe, Flüssigkeiten und Schlämme. Gleichzeitig werden Brennstoffe und Ersatzbrennstoffe aufgearbeitet, vermarktet und vertrieben, sowie Sondertransporte durchgeführt. Die Firma war bisher im Gewerbegebiet Zschieschen ansässig.

Übrigens, einige Gewerbegrundstücke sind noch frei und werden nach den Wünschen des Investors individuell zugeschnitten.

Mehr Informationen über die Ansiedlungsmöglichkeiten für Unternehmer sowie wichtige Fragen in diesem Zusammenhang findet man auf der Internetseite www.investieren-region-dresden.de oder der Internetpräsentation der Stadt Großenhain unter www.grossenhain.de.


Textquelle: Sächsische Zeitung vom 27. Juni 2008; Verlagssonderveröffentlichung

Fotos: C. Gärtig, M. Reichel, Flugplatzausstellung und Stadtarchiv