Held der Sowjetunion (28.10.1941)
Zur Zeit der Ehrung mit dem Titel "Held der Sowjetunion":
stellvertretender Kommandeur einer Staffel des 27. Jagdfliegergeschwaders (6. Jagdfliegerkorps, Moskauer Zone der Luftabwehr), Leutnant.
Alexej Nikolajewitsch Katritsch wurde am 25. Oktober 1917 im Dorf Alekseewka, im heutigen Bezirk Krasnokutsk des Gebietes Charkow in der Familie eines Bauern geboren. Er war Ukrainer. Ab 1941 war er Mitglied der KPdSU. Er hat 7 Klassen der Schule und 4 Studienjahre an der Arbeiterfakultät Charkow des Institutes für Zootechnik absolviert. Ab 1935 war Mitglied der Roten Armee. In Tschugujew hat er 1938 die Militärflugschule absolviert.
Er war Teilnehmer des Großen Vaterländischen Krieges ab Juni 1941. Am 11. August 1941 nahm der Pilot des 27. Jagdfliegergeschwaders A. N. Katritsch in einer MiG-3 um 9.30 Uhr im Paarflug mit Leutnant M. I. Medwedjew die Verfolgung eines feindlichen Fernaufklärers vom Typ Do-215 mit Kurs auf Bologoje auf. Schon bald überhitzte sich der Motor seines Partners und er war erzwungen, auf den heimischen Flugplatz zurückzukehren.
Daraufhin hat Katritsch im Alleinflug die "Dornier" verfolgt. Der Gegner kam nicht bis Bologoje. Er kehrte um und flog entlang der Eisenbahn Moskau-Leningrad. Katritsch holte ihn über Ostashkovo in einer Höhe von 8000 m ein und aus einer Entfernung von ca. 100 m gelang es ihm, mit einer Maschinengewehrgarbe das gesamte Flugzeug vom Schwanz bis zum Motor zu treffen.
Ein Schütze eröffnete aus der Kabine des Feindes das Gegenfeuer, konnte dem Jäger jedoch keinen Schaden zufügen. In der Folge traf Katritsch einen der Motoren und tötete den Schützen.
Danach versuchte er die Kabine des Piloten zu treffen, aber die Patronen waren alle. Die "Dornier " konnte ihren Flug fortsetzen.
Daraufhin fasste Katritsch den Entschluss, ihn mit einer Maschine zu rammen. Er näherte sich schnell mit seinem Bomber, erreichte in kleinem Winkel die linke Seite des feindlichen Flugzeugs und beschädigte mit den Enden des Propellers seines Flugzeuges den Stabilisator und den Rumpf.
Im selben Moment ließ er Treibstoff ab und wandte seinen Jäger zur Seite, um die "Dornier" nicht zu berühren. Das Flugzeug des Gegners fing an zu schaukeln, kippte auf den Flügel und stürzte in die Tiefe. In einer Höhe von ca. 600 m gelang es dem feindlichen Flieger, das Flugzeug noch einmal nach oben zu reißen, allerdings nicht für lange. Bald schlug es in die Erde neben dem Dorf Staritsa ein und verbrannte. Die gesamte Mannschaft an der Spitze mit Leutnant R. Roder kam ums Leben. Leutnant Katritsch dagegen ist auf seinem Flugplatz erfolgreich gelandet. Einzig die Enden zweier Schaufeln des Propellers waren beschädigt. Er war der erste Jagdflieger in der Welt, der in der Luft ein Flugzeug gerammt hat.
Nach deutschen Angaben jener Tage wurde der Fernaufklärer Do.215 (W.Nr.0075, L5+LC) aus dem Bestand des 1. ObdL (Oberbefehlshaber der Luftwaffe), der zur Erfüllung seiner Aufgaben im Bezirk Orjol – Tula im Einsatz war, verloren. Seine Mannschaft an der Spitze mit R. Roder zählt zu den unbekannt Verschollenen.

Am 12. September 1941 konnte Katritsch in einer Luftschlacht um die entfernten Zugänge auf Moskau einen Bomber des Gegners ein zweites Mal durch Rammen zerstören. Er selbst landete wieder auf seinem Flugplatz. Leider kann dieses Rammen bis zum heutigen Zeitpunkt nicht durch Angaben seitens der Deutschen bestätigt werden.
Am 28. Oktober 1941 wurden Alexej Nikolajewitsch Katritsch der Titel „Held der Sowjetunion“, der Lenin-Orden und die Medaille "Goldener Stern " verliehen.
Im Jahre 1943 erhielt Gardekapitän A. N. Katritsch das Flugzeug Jak-1, das aus Mitteln des Vorsitzenden der Kolchose " Чапаевец" („einer von Tschapajew“) des Gebietes Saratow I. D. Frolow gebaut worden war. Gardemajor Katritsch hat den Krieg im Amt des stellvertretenden Regimentskommandeurs beendet. Insgesamt hat er in der Zeit des Krieges mehr als 250 Kampfflüge absolviert und in Luftkämpfen 14 Flugzeuge des Gegners abgeschossen.
Nach dem Krieg setzte er seinen Dienst in der Luftwaffe fort. Im Jahre 1950 absolvierte er mit Auszeichnung die Rotbanner-Militärflugakademie und im Jahre 1959 - die Militärakademie des Generalstabes. Er übernahm verantwortungsvolle Ämter in der Luftwaffe und war der erste stellvertretende Minister der zivilen Luftflotte. A. N. Katritsch wurde als einem der Ersten der Titel "Verdienter Militärflieger der UdSSR " verliehen.
Der General-Oberst der Luftflotte A. N. Katritsch lebt in Moskau. (Anmerkung: Er ist im Jahre 2004 verstorben)
Für seine Verdienste wurde er mit dem „Leninorden“, dem „Orden der Oktoberrevolution“, 4- fach mit dem „Rotbannerorden“, dem „Alexander -Newskij –Orden“, zweimal mit dem „Orden des Großen Vaterländischen Krieges“ höchsten Grades, dem „Roter- Stern-Orden“, dem „Orden für den Dienst an der Heimat in den Streitkräften der UdSSR " 3. Grades sowie dem „Ehrenorden“ und zahlreichen Medaillen ausgezeichnet.
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Quelle: http://www.warheroes.ru
Übersetzung: Carola Gärtig (2007)
