Mittelschule № 99 der GSSD/ WGS in Großenhain

Mittelschule № 99


       Nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde im Juni 1945 in der sowjetischen Besatzungszone aus Teilen der Ersten und Zweiten Belorussischen Front und der Ersten Ukrainischen Front die „Gruppe der sowjetischen Besatzungs- (wörtlich: Okkupations-) truppen in Deutschland“ (GSBTD) gebildet.

       Im Jahre 1957, wurde nach Abschluss eines „Vertrages über die zeitweilige Stationierung von Truppen der UdSSR auf dem Territorium der DDR“  die „Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen“ in die „Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland“ (GSSD) umbenannt.

       Bereits einige Jahre nach Beendigung des Krieges bestand die Notwendigkeit der Schaffung von allgemeinbildenden Schulen auf dem Territorium der Garnisonen der GSSD. Es wurden Abendschulen zur Erhöhung des Bildungsniveaus bis zur unvollständigen und Mittelschulbildung durch Militärangehörige und ihre Ehefrauen organisiert, aber auch Schulen für die Kinder der Militärangehörigen und zivil angestellten Spezialisten, die ihren Dienst in den Militäreinheiten der GSSD versahen bzw. in ihnen tätig waren, gebildet.

       Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/GSSD

       „Formal unterstand das Schulwesen dem Ministerium für Volksbildung der UdSSR. Beim Oberkommando bestand die „Abteilung für allgemeinbildende Schulen der GSSD (WGS)“ (Feldpost-Nr. 48251-S), die der politischen Verwaltung (Feldpost-Nr. 48251) unterstand, als zentrales Verwaltungsorgan der Schulen. Die Schulen untergliederten sich in Mittelschulen (bis zur 11. Klasse), Grundschulen und gemischte Schulen (Mittel- und Grundschulen in einem Gebäude), dazu gab es auch noch spezielle Musikschulen. …“

Auszug aus der Broschüre „Wünsdorf. Sowjetischer Alltag in einer Garnison.“ - Publikation des Fördervereins Garnisonsmuseum Wünsdorf e. V.“, 2004.

 

Geschichte der 99. Mittelschule der GSSD/WGS der Stadt Großenhain, Deutschland

      
       Die allgemeinbildende 99. Mittelschule der GSSD/WGS der Stadt Großenhain wurde im August 1954 als sowjetische Garnisonsschule für Kinder der Militärangehörigen und Zivilangestellten der Truppenteile, die ihren Dienst auf dem Flugplatz Großenhain versahen, gebildet. 

       Zum Zeitpunkt der Bildung und Eröffnung der Schule am 1. August 1954 waren ihr Anfangsstatus sowie ihre Nummer eine andere. Beides änderte sich im Verlaufe ihrer Existenz sechs Mal.

 

№Feldpost

Bezeichnung

Zeitraum

1.

Grundschule № 27

01.08.1954  - 28.08.1958

2.

Siebenklassen-Schule № 27

29.08.1958 - 31.12.1958

3.

Siebenklassen-Schule № 50

31.12.1958 - 25.08.1959

4.

Achtklassen-Schule № 50

26.08.1959 - 25.05.1961

5.

Achtklassen-Schule № 99 ГСВГ

26.05.1961 - 06.08.1973

6.

Mittelschule № 99 der GSSD

07.08.1973 - 15.07.1989

7.

Mittelschule № 99 der WGS

16.07.1989 - 30.06.1993

       Anfangs befand sich die sowjetische Grundschule № 27 der Stadt Großenhain nicht auf dem Territorium der Garnison, sondern unmittelbar in der Stadt, im sog. Offiziersviertel, in einem Gebäude des „Kreuzers“ an der Ecke Carola-Straße und Karl-Liebknecht-Straße (frühere Bezeichnungen der Straßen) bzw. Thomas- Mann- Straße und Albertstraße (heutige Bezeichnungen der Straßen), in unmittelbarer Nähe des Panzerregiments der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR.

       Bis Mitte 1958 lernten hier die jüngeren Klassen 1 bis 4. Die Schüler der Klassen 5 bis 7 fuhren zum Unterricht nach Riesa. In jenem Jahre 1958 wurde für die Schüler der 8. – 10. Klassen eine 5-tägige (von Montag bis Freitag) Ausbildung in einem Schul-Internat in Dresden organisiert.

(Siehe die Erinnerungen von Wiktor Samochin - http://www.grhn105.eu/204.html#c676).

       Im Jahre 1959 wurde die nunmehr 8 Klassen umfassende Mittelschule Nr. 50 auf das Territorium der Garnison ins Gebäude der ehemaligen Abendschule der Militärangehörigen verlegt.

       Ab Mai 1961 erhielt die Acht-Klassen-Mittelschule Nr. 50 eine neue Nummer. Sie hieß ab jetzt Acht-Klassen-Mittelschule 99 der GSSD. Diese Nummer blieb bis zu ihrer Schließung im Jahre 1993 erhalten.

       Ab August 1973 war die Schule in den Räumen von zwei einstöckigen Gebäuden unweit des Stadions untergebracht. In einem der Gebäude lernten die Klassen 1 bis 4, im anderen die Klassen 5 bis 8. Außerdem gab es ein Gebäude mit Werkräumen, in denen der polytechnische und Werkunterricht stattfand, sowie eine Turnhalle.

       Im August 1973 erhielt die Schule den Status der 99. Mittelschule und bezog ein neues zweistöckiges Gebäude mit Dachgeschoss. Im Jahre 1989 nahm die Schule dann zwei Gebäude mit einer Gesamtfläche von 3370,7 m² ein. In ihr gab es 27 Klassenräume, 4 Labors, Werkräume, ein Computerkabinett und eine Turnhalle.

       Ab 1990 verteilte sich die Schule dann auf 3 separate Gebäude.

       Über den gesamten Zeitraum der Existenz der Schule, vom 1. August 1954 bis zu ihrer offiziellen Schließung am 30 Juni 1993, erhielten in dieser Schule bei einem ständigen Rotationsrhythmus zwischen 3 und 5 Jahren Tausende Kinder ihre Ausbildung.

       Die Schulleitung, das Pädagogenkollektiv sowie die technischen Angestellten der Schule wechselten ständig bzw. wurden abgelöst.


Kurzer historischer Abriss der Entwicklung der 99. Mittelschule (Feldpostnummer 57655-S)


       Die 99. Mittelschule wurde am 1. August 1954 geschaffen. Sie befindet sich jetzt auf dem Territorium der Garnison GROSSENHAIN, unter der politischen Verwaltung der Streitkräfte der Feldpostnummer 57655.

       Die 99. Mittelschule gehört zum Stammtruppenteil und hat die Feldpostnummer 57655-S.

       Der personelle Bestand der 99. Mittelschule erhielt im Zeitraum vom 1. August 1954 bis zum 30. Juni 1993 finanzielle Abgeltung durch den Finanzdienst (Feldpostnummer 79750) des Stammtruppenteils.

        Die Mittelschule ist untergebracht in 3 einzelnen Gebäuden mit einer Gesamtfläche von 2976,7 m².

       Am 1. September 1992 umfasst sie 30 Klassenräume, 4 Labors, Werkräume, ein Computerkabinett und eine Turnhalle.

LEITUNG DER 99. MITTELSCHULE DER GSSD/ WGS IN GROSSENHAIN SEIT IHRER ERÖFFNUNG

1954 – 1993

 a) DIREKTOREN

Name

Tätigkeit von - bis

MS der WGS
Befehls-№

1.

Plotnikowa Lidia Pawlowna

01.08.1954 - 20.08.1957

№ 36

2.

Dorofejewa Lidia Iwanowna

21.08.1957 - 28.08.1958

№ 43

3.

Bereshnaja Natalja Jakowlewna

29.08.1958 - 25.06.1960

№ 38

4.

Korowtschenko Olga Nikolajewna

01.10.1960 - 17.08.1961

№ 37

5.

Poloskow Iwan Alexandrowitsch

18.08.1961 - 20.06.1963

№ 49

6.

Suschenkow Iwan Timofejewitsch

14.08.1963 - 16.06.1966

№ 51

8.

Plotnikow Nikolai Iwanowitsch

17.08.1970 - 03.07.1974

№ 47

9.

Kuchtin Iwan Leonidowitsch

13.08.1974 - 04.07.1977

№ 58

10.

Jerochina Ljudmila Alexandrowna

16.08.1977 - 04.07.1980

№ 63

11.

Grigorjewa Ljudmila Borisowna

16.08.1980 - 14.06.1984

№ 69

12.

Schejanowa Tamara Nikolajewna

17.08.1984 - 30.06.1987

№ 65

13.

Matzkewitsch Larissa Nikolajewna

27.08.1987 - 25.10.1990

№ 67

14.

Karnauchow Iwan Petrowitsch

09.08.1991 - 14.11.1992

№ 61

15.

Atalikow Aslan Anatoljewitsch

15.11.1992 - 30.06.1993

№ 64


b)    STELLVERTRETENDE DIREKTOREN

Name

Tätigkeit von - bis

MS der WGS
Befehls-№

1.

Resnitschenko Rimma Alexandrowna

17.08.1962 - 12.08.1965

№ 36

2.

Afanasjewa Wera Alexandrowna

04.09.1965 - 17.06.1968

№ 43

3.

Schkuratowa Nadeshda Andrejewna

09.08.1968 - 22.08.1969

№ 38

4.

Suspizyna Jewgenija Alexejewna

23.08.1969 - 18.11.1972

№ 37

5.

Bubnowa Natalja Jurjewna

20.11.1972 - 28.08.1974

№ 49

6.

Tarasowa Irina Grigorjewna

01.10.1975 - 28.06.1976

№ 51

7.

Bubnowa Natalja Jurjewna

01.07.1976 - 23.11.1977

№ 54

8.

Selenjewa Tamara Wladimirowna

05.12.1977 - 17.06.1979

№ 47

9.

Shurawljowa Emilia Michailowna

06.08.1979 - 17.06.1982

№ 58

10.

Rybnikowa Margarita Konstantinowna

09.08.1982 - 10.08.1983

№ 63

11.

Schewtschenko Inna Walentinowna

11.08.1983 - 24.05.1985

№ 69

12.

Fokina Galina Wassiljewna

12.08.1985 - 01.07.1989

№ 65

13.

Tewis Natalja Michailowna

03.04.1990 - 25.10.1990

№ 67

14.

Nosatschewa Olga Pawlowna

20.08.1990 - 25.10.1990

№ 61

15.

Nikoltschenko Raisa Wladimirowna

02.09.1991 - 01.06.1993

№ 62

16.

Karnauchow Iwan Petrowitsch

15.11.1992 - 01.06.1993

№ 64



Der etatmäßige Personalbestand der Mittelschule Nr. 99 der WGS beträgt zum 1.09.1992:

 insgesamt – 75 Personen

Verwaltungspersonal -             9 Personen
Pädagogisches Personal -       46 Personen
Lehrhilfspersonal -                 11 Personen
Technisches Personal  -             9 Personen


Direktor der MS Nr. 99 der WGT
Angestellter der Streitkräfte                 Stempel, Unterschrift                     A. Atalikow



Die Mittelschule Nr. 99 der WGS wird auf Befehl Nr. 33 vom 21. Mai 1993 des Stabsführers der Westgruppe der Streitkräfte Generalleutnant A. Terentjew geschlossen.

Direktor der MS Nr. 99 der WGT
Angestellter der Streitkräfte              Stempel, Unterschrift                  A. Atalikow

„30.“  Juni 1993


               

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* Der geschichtliche Abriss zur 99. Mittelschule der WGS wurde vom letzten Direktor der Schule, Herrn Atalikow, Aslan Anatoljewitsch, zusammengestellt.

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Alle Fotos: (c) Dietrich Heerde