Die Großenhainer verstanden schon früher zu feiern. Stadtfeste gibt es aber erst seit 1965.
nach einem Artikel von K. Krüger-Milaouhia
Als 1965 das erste Stadt- und Seefest aus der Taufe gehoben wurde, war auch schon der Monat für das regelmäßig wiederkehrende Treiben bestimmt: der Juni.Vor 40 Jahren bestimmte das Motto „Fips Fleischer stellt sich ein auf Welle Großenhain" das Musikprogramm.
Damals trat das Erich-Weinert-Ensemble (Anmerkung: Armee- Gesangs- und Tanzensemble der NVA) mit Frank Schöbel und Chris Doerk auf. Moderator war Günti Krause. Schon damals wurde Haynsator (Anmerkung: einheimische Biermarke aus der Zschieschener Bergbrauerei) ausgeschenkt. Meister Nadelöhr, Pittiplatsch und Bummi (Anmerkung: Figuren des DFF) beglückten die Kinder.
1967 feierte man dann vom 1. bis 4. Juni das zweite Stadtfest.
Rumpelkammer-Willy (Anmerkung: Willi Schwabe war Moderator der Sendung „Die Rumpelkammer" des Fernsehens der DDR, in der alte deutsche Filme gezeigt wurden.) beehrte damals Großenhain.
100 Motorräder und Kraftwagen donnerten bei einer Veteranen-Rallye die Promenade entlang.
Ein Sonderpoststempel wurde ausgegeben.

Beim dritten Stadtfest zwei Jahre später kam es noch doller.
Aus einer russischen Militärmaschine wurden aus 100 Metern Höhe hunderte Ankündigungs-Flugblätter auf die Stadt herab geworfen.
Monika Hauff und Klaus-Dieter Henkler (Anmerkung: bekanntestes Schlager-Duo der DDR) sangen damals auf der Bühne. Clown Ferdinand erfreute mit seinen Späßen.
Ein Ochse wurde am Spieß gebraten und verspeist.
Auf das nächste Stadtfest mussten die Großenhainer drei Jahre warten. Dafür hatten sie Eberhard Cohrs und Horst Feuerstein (Anmerkung: bekannte Komiker des Fernsehens der DDR) zu Gast.
Beim fünften Stadtfest tanzte man auf der Freidiele Frauenmarkt durch die Nacht. Vergnügungsparks waren an der „Einheit" (Anmerkung: heute Schützenhaus) und auf dem Rahmenplatz aufgebaut. Trotz tropischer Temperaturen soll das Fest 1976 das bis dahin schönste gewesen sein. Die Schauspieler Annekathrin Bürger und Rolf Römer waren zu Gast. Der Friedrichstadtpalast Berlin zeigte eine Kinderrevue.
Den Zweijahresrhythmus behielten die Großenhainer bei, jedes Mal gab es Höhepunkte.
1980 war das Fest auf den Stadtpark ausgedehnt und sportliches Geschick gefragt.
Zwei Jahre später wurde Falk Schneider als Stadtfestkind geboren.
1997 kam im Zwischenjahr das Erlebnisfest der Sinne dazu.
2002 hätte eigentlich das 19. Fest stattfinden müssen. Dafür wurde aber die dritte sächsische Landesgartenschau gefeiert.
So gab es das 19. Stadtfest erst 2003, das 20. im Jahre 2005 und das 21. Stadtfest wurde in diesem Jahr begangen.
