Die Stadt hat ihren Ursprung in einem um ca. 900 entstandenen slavischen Fischerdorf namens Ozzec und einer um 1100 entstandenen deutschen Ansiedlung als planmäßige Stadtanlage zum Schutz des Fernhandelsweges "Hohe Straße".
Mit Erwähnung des Abgabemaßes "mensura Hainensis" (Hainisches Maß) wurde im Jahre 1205 der erste urkundliche Nachweis für die Existenz der Stadt Hayn erbracht.
Übersetzung des lateinischen Textes. Urkunde Nr. 145 des Landeshauptarchives Dresden.
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit!
Dietrich, Bischof von Meißen.
Die Sorge um die Hirtenpflicht, die wir hegen, erfordert es, dass wir für eine religiös lebende Herde, besonders für eine von uns begründete, mit schuldiger Gewissenhaftigkeit, dass nicht Mangel an zeitlichen Gütern sie veranlasst, vom Ziele der Religion abzuirren. Deshalb wollen wir, dass den Gläubigen sowohl der Gegenwart als auch der Zukunft bekannt sei, dass wir, in der Absicht, für unsere neulich angeordnete Neugründung der Chorherren der Kirche St. Afra in Meißen in väterlicher Liebe zu sorgen, mit einmütiger Zustimmung unserer Brüder die Kirche der Heiligen Maria am Markte jenen übertragen haben mit allen ihren Nutznießungen und Zubehören, nämlich mit den Zehnten in folgenden Dörfern: in Sörnewitz 21 Scheffeln beiderlei Getreides Hafer und Weizen, in Ockrilla 32 Scheffeln beiderlei Getreides, in Jessen 8 Scheffeln beiderlei Getreides nach Haynischem Maß, in Gröbern 20 Scheffeln beiderlei Getreides nach Meißner Maß, und mit den Schocken in folgenden Dörfern: in Proschwitz 12 Schock beiderlei Getreides, in Piskowitz 2 Schock, in Diera 3 Schock, in Döschütz 11 Schock, in Porschütz 8 Schock, in Gävernitz 13 Schock und mit dem Dorfe Radewitz, das 6 Mansen besitzt, und mit dem an die Felder angrenzenden Walde; die Grenzen dieses Waldes sind folgende: der in dem großen Talgrunde herabfließende Bach, der die Felder der Dörfer Blattersleben und Radewitz trennt, derselbe Bach trennt den Wald des Herrn Otto von Seußlitz und anderen ringsum Ansässigen von dem Walde des Dorfes Radewitz im Talgrunde selbst. Wo aber der Bach mit seinem Wasserlauf an die auf dem Berge gelegenen Felder des oft genannten Dorfes stößt, vom Bache selbst aufwärts bis zu diesen Feldern verlaufen die Grenzen des zur Kirche gehörigen Waldes.
Damit aber diese unsere Schenkung für immer rechtsgültig und unerschütterlich bleibe, haben wir die gegenwärtige durch den Schutz unseres Siegels und desjenigen unseres Kapitels bekräftigte Urkunde ihnen zum Zeugnis vorgelegt, indem wir unter Androhung des Bannfluches wirksam verhindern, dass nicht jemand in vermessenem Wagnis irgendetwas von dem, was jener Kirche zu gehören scheint, böswillig oder gewaltsam sich erlaube in Besitz zu nehmen. Wenn aber jemand auf teuflische Eingebung hin sich herausnehmen sollte, dies zu versuchen, der soll von der Gemeinschaft der hochheiligen Kirche getrennt in der Höllenpein mit dem abtrünnigen Engel zu ewiger Strafe verdammt sein. Zeugen dieses Vorganges wurden: Luther, Ulrich, Bertram, Wipert, Magister Martin, die Meißner Domherren, Herr Meinher Burggraf von Meißen, Herr Otto von Seußlitz, Hoyger von Skassa, Günther von Schlieben, Matheus von Muschwitz.
Dies ist geschehen zu Meißen im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 1205, im 15. Jahre unserer Bischofswürde, 8. Indikation.
Quelle: Stadtarchiv
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Erst seit 1856 ist "Großenhain" der amtliche Name der Stadt.
Im Jahre 2005 feierte Großenhain das 800-jährige Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung.

Die Stadt Großenhain blickt auf eine sehr interessante Geschichte zurück, in der Epochen, die geprägt waren von Erfolg und Glanz mit Epochen voller Leid und Entbehrung wechselten.
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