Alexej Nikolajewitsch Katritsch

Katritsch

Alexej Nikolajewitsch Katritsch wurde am 25. Oktober 1917 im Dorf Alekseewka, im  heutigen Bezirk Krasnokutsk des Gebietes Charkow in der Familie eines Bauern geboren. Er war Ukrainer. Ab 1941 war er Mitglied der KPdSU. Er hat 7 Klassen der Schule und 4 Studienjahre an der Arbeiterfakultät Charkow des Institutes für Zootechnik absolviert. Ab 1935 war er Mitglied der Roten Armee. In Tschugujew hat er 1938 die Militärflugschule absolviert.

Katritsch war Teilnehmer des Großen Vaterländischen Krieges ab Juni  1941.

Folgende Begebenheiten sind über seinen Kriegseinsatz bekannt:

Am  11. August 1941 nahm der Pilot des 27. Jagdfliegerregimentes A. N.  Katritsch  in einer MiG-3 um 9.30 Uhr im Paarflug mit Leutnant M. I. Medwedjew die Verfolgung  eines feindlichen Fernaufklärers vom Typ  Do-215 mit Kurs auf Bologoje auf.  Schon bald überhitzte sich  der Motor des Partners und er war erzwungen, auf den heimischen Flugplatz zurückzukehren. 

Daraufhin hat Katritsch im Alleinflug die  „Dornier“ verfolgt. Der Gegner kam nicht bis Bologoje. Er  kehrte um und flog entlang der Eisenbahn Moskau-Leningrad. Katritsch holte  ihn über Ostashkovo in einer  Höhe von 8000 m ein und aus einer Entfernung von ca. 100 m gelang es ihm mit einer  Maschinengewehrgarbe das  gesamte Flugzeug vom Schwanz bis zum Motor zu treffen. 

Ein Schütze eröffnete aus der Kabine des Feindes das Gegenfeuer,  konnte dem Jäger jedoch keinen Schaden zufügen. In der Folge traf Katritsch einen der Motoren und tötete den Schützen.

 Danach versuchte er die Kabine des Piloten zu treffen, aber die Patronen waren alle. Die „Dornier “ konnte ihren Flug fortsetzen. 

Daraufhin fasste  Katritsch den Entschluss, ihn zu rammen. Er näherte sich schnell mit seinem Bomber,  erreichte in kleinem Winkel die linke Seite des feindlichen Flugzeugs  und beschädigte mit den Enden der Schraube seines Flugzeuges den Stabilisator und den Rumpf. 

Im selben Moment  ließ er Gas ab und wandte seinen  Jäger zur Seite, um die „Dornier“ nicht zu berühren. Das Flugzeug des Gegners fing an zu schaukeln, kippte auf den  Flügel und stürzte in die Tiefe. In einer Höhe von ca. 600 m gelang es dem feindlichen Flieger, das Flugzeug noch einmal nach oben zu reißen, allerdings nicht für lange. Bald schlug  es in die Erde neben dem Dorf Staritsa ein und verbrannte. Die gesamte Mannschaft an der Spitze mit Leutnant R. Roder kam ums Leben. Leutnant Katritsch dagegen ist auf seinem Flugplatz erfolgreich gelandet. Einzig die Enden zweier  Schaufeln der Schraube waren beschädigt. Es war der erste in der Welt, der in der Luft ein Flugzeug gerammt hat. 

Nach deutschen Angaben  jener Tage wurde der Fernaufklärer  Do.215 (W.Nr.0075, L5+LC) aus dem Bestand des  1. ObdL (Oberbefehlshaber der Luftwaffe), der zur Erfüllung seiner Aufgaben im Bezirk Orjol – Tula im Einsatz war,  verloren. Seine Mannschaft an der Spitze mit R. Roder zählt zu den unbekannt Verschollenen. 

Am 12. September 1941 konnte Katritsch in einer Luftschlacht um die entfernten Zugänge auf Moskau einen Bomber des Gegners ein zweites Mal durch Rammen zerstören.  Er selbst landete wieder auf seinem Flugplatz.  Leider kann dieses Rammen bis zum heutigen Zeitpunkt nicht durch Angaben seitens der Deutschen bestätigt werden. 

katritsch_04
Gardekapitän A. N. Katritsch in seiner Jak-1, die ihm 1943 vom Vorsitzenden einer Kolchose geschenkt wurde

Bereits am 28. Oktober 1941 wurden Alexej Nikolajewitsch Katritsch der  Titel „Held der Sowjetunion“, der  Lenin-Orden  und die  Medaille „Goldener Stern “ verliehen. 

Im Jahre  1943 erhielt Gardekapitän A. N. Katritsch das Flugzeug Jak-1, das aus  Mitteln des Vorsitzenden der Kolchose „Чапаевец“  („einer von Tschapajew“) des Gebietes Saratow, I. D. Frolow, gebaut worden war. 

Gardemajor Katritsch hat den Krieg im Amt eines stellvertretenden Regimentskommandeurs  beendet. Insgesamt hat er in der  Zeit des Krieges mehr als 250 Kampfflüge absolviert und in Luftkämpfen 14 Flugzeuge des Gegners abgeschossen. 

 

Held der Sowjetunion - A. N. Katritsch
1972_Katritsch in Grhn-b
1972 - A. N. Katritsch (4. v. re.)mit Generälen und Offizieren in einem der Shelter auf dem Flugplatz in Großenhain

Nach dem Krieg setzte er seinen Dienst in den Luftstreitkräften fort.  Im Jahre 1950 absolvierte er mit Auszeichnung die Rotbanner-Militärflugakademie und im Jahre 1959 – die Militärakademie des Generalstabes.  Er übernahm  verantwortungsvolle Ämter in der Luftwaffe. Von 1964 bis 1967 war er Stellvertreter des Oberkommandierenden der Luftstreitkräfte für militärische Ausbildung. Er befehligte von 1967 bis 1973 die 16. Luftarmee und kontrollierte in dieser Funktion auf dem Flugplatz Großenhain auch die Gefechtsbereitschaft der 105. Jagdfliegerdivision. Anschließend war er als erster stellvertretender Minister der zivilen Luftflotte tätig.  A. N. Katritsch wurde als einem der Ersten der Titel „Verdienter Militärflieger der UdSSR “ verliehen.

katritsch_06
A. N. Katritsch - 1960-er Jahre

Er absolvierte insgesamt 3200 Flugstunden.

1987 trat er in den Ruhestand.
Der General-Oberst der Luftstreitkräfte A. N. Katritsch lebte zuletzt in Moskau. Er verstarb dort am 25. November 2004.

katritsch_07
A. N. Katritsch - 1970-er Jahre

Für seine Verdienste wurde er mit dem „Leninorden“, dem „Orden der Oktoberrevolution“,  4- fach mit dem „Rotbannerorden“, dem „Alexander -Newskij-Orden“, zweimal mit dem „Orden des Großen Vaterländischen Krieges“  höchsten Grades, dem  „Roter- Stern-Orden“, dem „Orden für den Dienst an der Heimat in den Streitkräften der UdSSR“ 3. Grades sowie dem „Ehrenorden“  und Medaillen ausgezeichnet. 

Quellen:

pastedGraphic.pngDie Enzyklopädie der Flugzeuge und der Hubschrauber. 2004-2007    „Katritsch Alexej Nikolajewitsch“

pastedGraphic.pnghttp://www.airwiki.org/history/aces/ace2ww/pilots/katrich.html (2007)

Menü schließen