Bunkeranlage "Granit"

Im Jahre 2004 unter Denkmalschutz gestellt.

Hintergrund

Die Bunkeranlage, bestehend aus zwei Bunkern des Typs Granit 1, ist ein ehemaliges Sonderwaffenlager der sowjetisch/ russischen Streitkräfte auf dem Flugplatz Großenhain.

Dieses militärische Bauwerk wurde von den Streitkräften zwischen 1972 und 1974 erbaut. Die dafür nötigen Bauteile wurden aus Gründen der Geheimhaltung nachts aus der damaligen Volksrepublik Polen angeliefert. Wie alle derartigen Anlagen wurden auch diese beiden Bunker zur Zwischenlagerung von Sonderwaffen während des Kalten Krieges genutzt.

Im Kriegsfall sollten Flugzeuge als Träger atomarer Munition gegen Ziele im feindlichen Hinterland eingesetzt werden. 

Die Bunker zeichnen sich durch einen besonderen Schutz vor elektromagnetischen Gefahren aus. Es existierten mindestens drei unterschiedliche Typen (Granit 1, Granit 2, Granit 3) dieser Bunkeranlagen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und der ehemaligen Warschauer Vertragsstaaten.

In den Bunkern herrschen sommers wie winters die gleichen Temperaturen – acht Grad Celsius. 

Standort

Die beiden Bunker stehen nicht allzu weit weg von der Startbahn und den Sheltern (früher hießen sie Rundbogendeckung) für die Flugzeuge. In den 1980er Jahren waren 6000 bis 8000 Sowjetsoldaten auf dem Flugplatz stationiert. Sie betreuten 40 Jagdbomber vom Typ Suchoi Su 24.

Aufbau

Das Bunkerinnere besteht aus Betonfertigteilen. Die Bunker wurden aus mehreren halbkreisförmigen Betonfertigteilen zu einer Röhre zusammengesetzt und haben eine Länge von ca. 26 m. Der Boden wurde dann mit Beton ausgegossen, um eine ebene Grundfläche zu erhalten. Verschlossen wurden die Bunker jeweils mit einem tonnenschweren stählernen Drucktor mit Spezialverriegelung. Die beiden Bunker waren durch eine Verladerampe verbunden. 
Beide Bunker besaßen einen eigenen Maschinenraum. 

Sicherung

Das Sicherheitsgelände innerhalb des Militärflugplatzes war dreifach eingezäunt. Dabei bestand der innerste Zaun aus aufgestellten Sandblechen, die beiden äußeren Zäune aus Stacheldraht. Nachts wurde das gesamte Objekt komplett ausgeleuchtet. Der Bunkerkomplex wurde durch eine Spezialwachmannschaft des sowjetischen Geheimdienstes KGB (sie wurden die „Taubstummen“ genannt) gesichert.

Gegenwart

Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen bis 1993 erfolgte die Übergabe des Flugplatzes an den Freistaat Sachsen. Im Jahr 1998 wurde das ehemalige Sonderwaffenlager von Marcel Reichel übernommen. Der Bunkerkomplex wurde dann weitestgehend in den originalen Zustand versetzt und 2004 unter Denkmalschutz gestellt. Heute beherbergt Bunker 1 die Ausstellung zur Geschichte des Flugplatzes Großenhain von 1913 bis zur Gegenwart und Bunker 2 den Sonderfunkstandort der Großenhainer Amateurfunker.

Wir bedanken uns herzlich beim Autor dieser 3D-Darstellungen der
Großenhainer Bunker vom Typ GRANIT,
Szabolcs Kizmus (Ungarn),
für die Herstellung der Modelle und sein Einverständnis zur Veröffentlichung auf dieser Seite.

Super, Szabi! Vielen Dank!

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