Pokryschkin und Großenhain

aus dem Privatarchiv der Familie Pokryschkin-b

Dieses Foto aus dem Familienarchiv, welches uns Familie Pokryschkin freundlichst überlassen hat, wurde am 8. Mai 1945 auf dem Großenhainer Hauptmarkt (Ecke zwischen Rathaus und Löwen-Apotheke) aufgenommen. Es zeigt den dreifachen Helden der Sowjetunion, Gardeoberst Alexander Iwanowitsch Pokryschkin (2. v. rechts) zusammen mit Angehörigen der sowjetischen Militäradministration (SMAD) in Großenhain. 2. v. links ist der damalige Stadtkommandant Mokrousow.

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Rückseite des Fotos

Aus den persönlichen Zeilen eines ehemaligen Fliegers unter dem Kommando von Pokryschkin geht hervor, dass er Pokryschkin dieses Foto am 8. Mai 1975 zur Erinnerung an den 8. Mai 1945, den Sieg über die faschistischen Eroberer, geschenkt hat.

Herzlichen Dank an Alexander Alexandrowitsch und Swetlana Borisowna Pokryschkiny für dieses Zeitzeugnis.

Großenhain, Übergabe Pokryschkin-Buch an OB Müller durch M. Reichelt und C. Gärtig, dat: 6.5.2010, Foto: Brühl
Fotos: Klaus-Dieter Brühl

An gleicher Selle – 06.05.2010 (55 Jahre später)

v. li. n. re.: damaliger Oberbürgermeister Burkhard Müller, Leiter der „Flugplatzausstellung Großenhain“ Marcel Reichel und Mitglied der IG „Flugplatzausstellung Großenhain“ Carola Gärtig mit den signierten Buchgeschenken der Familie A. A. Pokryschkin.
Herzlichen Dank dafür!

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Großenhain, Übergabe Pokryschkin-Buch an OB Müller durch M. Reichelt und C. Gärtig, dat: 6.5.2010, Foto: Brühl

Persönliche Widmung der Familie Pokryschkin:

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Im Januar 1976 erhielt das damalige Heimatmuseum Großenhain eine signierte Ausgabe des Buches von Alexander Iwanowitsch Pokryschkin „Himmel des Krieges“.

Anlass war ein Brief des damaligen Großenhainer Bürgermeisters, Ottmar Wanke, in dem er sein Interesse für Pokryschkins Buch „Himmel des Krieges“ (1974 auch in deutscher Sprache erschienen), in dem er auch seinen Aufenthalt in Großenhain beschreibt, zum Ausdruck brachte. Gleichzeitig hatte Ottmar Wanke Pokryschkin zu einem Besuch in Großenhain eingeladen. 

In seiner Antwort an Ottmar Wanke, schrieb Alexander Iwanowitsch Pokryschkin folgendes:

„Sehr geehrter Kollege Wanke!

Ich habe Ihren Brief erhalten. Ich danke Ihnen sehr, daß Sie dem Buch „Himmel des Krieges“ Interesse zuwenden.
Aus dem Buch ist Ihnen mein Kampfweg in den Jahren des Krieges bekannt.
Am ersten Tag des Krieges, am 22. Juni 1941, erhob ich mich zur Verteidigung meiner sowjetischen Heimat, und in allen Phasen des Krieges nahm ich an vielen Luftkämpfen teil. Darunter auch an dem bekannten Kampf 1943 am Kuban, welcher die endgültige Niederlage der faschistischen Lufthoheit entschied. In der letzten Phase des Krieges kam ich nach Großenhain.
Sie baten darum, über die Operation im Gebiet Berlin, Prag und über Ereignisse in Großenhain zu berichten. Es ist schwer, in kurzer Form über die gewaltigen Ausmaße und die Wichtigkeit dieser Operation aus der Sicht der sowjetischen Kriegskunst zu schreiben. Viele Fakten über die Ereignisse in diesem Gebiet können Sie im Museum der NVA in Dresden erfahren.
Es ist bekannt, daß im Mai 1945 die Garnison Berlin kapitulierte. Die Kämpfe um die Stadt begannen am 30. April, 4.30 Uhr und gingen bis in den Morgen des 2. Mai 1945.
Als die Hitlertruppen kapitulierten, hatten sie Tausende Verwundete und Tote. Es blieben nur die am Leben, die sich ergaben. Am 2. Mai 1945, morgens landete die Division (die Gen. Pokryschkin befehligte, Anmerkung des Autors) im Kreis Großenhain. Der Stab der Division, das Flug- und technische Personal, bezog in einigen Häusern Quartier. Aus den Fenstern konnte man die Stadt und Landschaft gut sehen.
Die Stadt hatte nur wenige Bewohner. Fast alles war geschlossen.
Nur auf der Autobahn Berlin-Dresden bewegten sich nicht nur Truppen, sondern nicht enden wollende Kolonnen ehemalige Insassen der faschistischen Lager.
Sie begrüßten die sowjetischen Truppen herzlich. Die Stimmung der Flieger war ausgezeichnet. Der Krieg aber ging weiter. Starke Gruppierungen der Wehrmacht hielten noch das große Territorium der Tschechoslowakei besetzt.
Sie hatten noch
— ca. 10 000 Geschütze, Granatwerfer
— mehr als 2 200 Panzer, Sturmgeschütze
— und ca. 1 000 Flugzeuge unterstützten sie in der Luft.
Trotzdem war die Lage für das Kommando der deutschen Truppen nicht günstig.
Am Morgen des 5. Mai 1945 begann der bewaffnete Aufstand in Prag. Gegen Abend hatten die Aufständischen das Telegrafenamt, die Post, den Sender, die wichtigsten Brücken über die Moldau und fast alle Bahnhöfen und einige Werke besetzt.
Gegen die Aufständischen wurden große militärische Kräfte eingesetzt. Die deutsche Luftwaffe bereitete sich vor, Prag zu bombardieren. In der Nacht zum
6. Mai 1945 sendete der Prager Sender, der in der Hand der Aufständischen war, die Bitte um Hilfe. Der Funkspruch wurde von unseren Funkern in Großenhain aufgenommen. Und so erfüllten unsere Flieger in den nächsten Tagen bis zum 9. Mai die schwere Aufgabe. Sie flogen jeden Tag am Himmel über Prag.
Im Resultat des Auftretens der sowjetischen Flieger im Bezirk Prag war die Gruppierung des Feindes aufgespalten. Die Wege nach Westen und Südwesten waren für die Heeresgruppe Mitte versperrt. Das rasche Voranschreiten der Operation sicherte den Sieg der sowjetischen Streitkräfte und der Patrioten der Tschechoslowakei und die Befreiung dieses uns befreundeten und brüderlichen Landes.
Der 9. Mai, an welchem die Völker den Sieg über den Faschismus feierten, wur­de für die CSSR zum Tag der Befreiung.
Seit dem Ende des Krieges sind nun schon 30 Jahre vergangen, aber niemals erlischt in meinem Gedächtnis die Erinnerung an das erste Treffen mit den be­freiten Deutschen in Berlin, Potsdam, Dresden und Großenhain.
Sie schauten damals interessiert auf uns, auf die Uniform der sowjetischen Sol­daten.
Wir fühlten ihre Not und den Hunger und teilten das Stück Brot und leisteten andere notwendige Hilfe. So, handelten die sowjetischen Soldaten im gesamten Territorium Deutschlands. Vielleicht ist mancher, der uns in Großenhain oder Berlin traf, ein Leiter eines großen volkseigenen Betriebes oder Offizier der NVA oder gehört zur brüderlichen marxistisch-leninistischen Partei, der SED.
Es ist angenehm zu wissen, daß jedesmal, wenn ich in ihre Republik kam,  mich mit Menschen des neuen Deutschland traf, man den Puls des groben Lebens fühlt, welches die Werktätigen gestalten.
Am Ende des Briefes möchte ich meine tiefe Zufriedenheit über die feste unver­brüchliche Freundschaft zwischen unseren Ländern und den Soldaten der Sowjet­armee und der NVA, den militärischen Organisationen der UdSSR und der DDR äußern und Ihnen, teurer Kollege Wanke, aus ganzem Herzen herzlichsten Dank für die Einladung zum Besuch der Stadt Großenhain sagen. Bei der ersten sich mir bietenden Gelegenheit will ich davon Gebrauch machen. Ich bitte Sie, allen Werktätigen der Stadt und des Kreises die herzlichsten Glückwünsche und die besten Wünsche für das Jahr 1976 zu übermitteln. Ich wünsche Ihnen guten Er­folg bei der Vorbereitung des IX. Parteitages der SED.

In aufrichtiger Hochachtung und mit kollegialem Gruß
dreifacher Held der Sowjetunion Marschall der Flugstreitkräfte

gez. Pokryschkin“

Quelle: „Gedenk- und Erinnerungsstätten der Großenhainer Arbeiterbewegung“
Verfasst von Heinz Müller und Heinz Beißig unter Mitwirkung von Klaus Golla und Dietrich Heerde.
Herausgeber: Pädagogisches Kreiskabinett Großenhain

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Flyer der "Stiftung des dreifachen Helden der Sowjetunion - Alexander Iwanowitsch Pokryschkin"
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Auszug aus dem Buch „Himmel des Krieges“


Am 2. Mai 194,5 kapitulierte die Berliner Garnison.
Wie andere Fliegereinheiten der 2.Luftarmee erhielt auch unsere Division den Befehl, in den Raum Dresden zu verlegen. 
Die Truppen der 1. Ukrainischen Front, die den langen und schweren Weg bis Berlin zurückgelegt hatten, hielten sich nicht lange in der Stadt auf. Sie marschierten nach Süden. 
Die Autobahn Berlin—Dresden wurde für Menschen und Material zu eng. Auf ihr rückten nicht nur Truppen vor, sondern auch die endlosen Kolonnen befreiter Gefangener und Verschleppter.

Unsere Division landete bei Großenhain. Der Stab, die Flieger und die Offiziere kamen in gepflegten Einfamilienhäusern des sauberen Städtchens unter.
Wir erhielten den Auftrag, die Panzerarmee Rybalkos zu decken, die zur Befreiung Prags heranrückte. Eine mehrere tausend Mann zählende Gruppierung der faschistischen deutschen Heeresgruppe Mitte kontrollierte noch ein großes Gebiet der Tschechoslowakei. 
Unsere Funker nahmen nach der Landung in Großenhain den Aufruf Prager Patrioten auf, die um Hilfe baten. In der Nacht zum 5. Mai erhoben sie sich gegen die faschistischen Okkupanten. Sowjetische Panzersoldaten eilten ihnen zu Hilfe. 
Wir flogen einige Tage. Gegnerische Maschinen sahen wir jedoch mehr am Boden als in der Luft. Unsere Truppen rückten schnell nach Süden vor. Sie nahmen Dresden aus der Bewegung und marschierten weiter.

#Unser Städtchen lag bald im tiefen Hinterland und versank in friedlicher Stille. Einwohner zeigten sich nur wenige. Alle Betriebe und Geschäfte waren geschlossen. Am Tor eines Betriebes, neben dem ich wohnte, hatte der umsichtige Besitzer ein Warnschild hinterlassen: Schwedisches Eigentum. Ich ließ vor dem Werktor einen Posten aufziehen.

Am 8.Mai waren fast alle meine Kampfgefährten in meinem Quartier versammelt. Wir tranken etwas und erinnerten uns der gefallenen Genossen. Andrej Trud sang zur Gitarre. 
Gegen Mitternacht trennten wir uns. Ich legte mich hin und schlief sehr schnell ein. Plötzlich hörte ich Schüsse. Noch halb im Schlaf versuchte ich zu begreifen, was das bedeuten sollte. Das Feuer wurde immer stärker. Es kam bald aus der Nähe und dann wieder von weiter her. Rasch zog ich mich an und schaute vorsichtig aus dem sperrangelweit geöffneten Fenster. 
Man schoß aus Bordwaffen. Irgendwo außerhalb der Stadt feuerte ein Geschütz!
Das Telefon klingelte. Ich tappte hin und nahm den Hörer ab. 
«Genosse Divisionskommandeur, der Krieg ist aus!» meldete sich eine jugendliche Stimme. «Frieden, Genosse Gardeoberst! Frieden! Hören Sie?» 
«Ich höre», erwiderte ich. «Danke . . .»
Ich legte den Hörer auf, atmete erleichtert auf und setzte mich auf einen Stuhl. Endlich war das eingetreten, worauf wir so lange gewartet hatten. Dennoch erschütterten mich die Worte: «Der Krieg ist aus, Frieden!» 

Doch warum saß ich allein und im Dunkeln? Ich schaltete das Licht . an und schaute aus dem Fenster. Der ganze Himmel war von Leuchtspurbahnen der Geschosse durchzogen. Das Feuer wurde immer stärker. Auch ich zog die Pistole und feuerte aus dem Fenster einigemal in die Luft.
Das Telefon läutete wieder. Glückwünsche kamen aus dem 16. Regiment. Der Hörer ging von Hand zu Hand. Ich hörte die Stimmen Fjodorows, Trofimows, Suchows, Bereskins, Truds, Wachnenkos und beglückwünschte sie. Dann meldeten sich Abramowitsch, Matschnew, Bobrow, Wiljamson. Ich rief Utin und Krassowski an und beglückwünschte sie. 
Immer noch wurde Salut geschossen. Langsam tagte es.

Am 9. Mai und einige Tage danach flogen wir über Prag Sperre. An einem dieser Tage machte Golubjow eine deutsche Dornier 217 aus. 
Golubjow verfolgte sie, gab einige warnende Feuerstöße ab, doch sie flog weiter. Daraufhin schoß Golubjow sie in Brand. Das war die letzte gegnerische Maschine, die von unserer Division abgeschossen wurde. 
Nach diesem Flug registrierten wir die Geschosse und Patronen jeder Maschine. Sie hörten auf, dem Krieg zu dienen.

Mitte Mai verlegte unsere Division von Großenhain nach Riesa. 

Auf den Flugplätzen machten nur einige Piloten und Techniker Dienst, alle anderen ruhten sich aus, schauten sich Berlin, Dresden oder Prag an. 
Die Hauptstadt der Tschechoslowakei empfing uns wie ihre Söhne. Auf den Straßen umringten uns die Menschen. Mädchen überreichten Blumen, lächelten uns zu. Gastwirte lehnten jede Bezahlung energisch ab. 
In Berlin besuchten wir den Reichstag, schauten uns Denkmäler, den zerstörten Dom, die Parks an. Da wir keine Stelle fanden, wo wir uns hinsetzen und unsere Ration verzehren konnten, fuhren wir aus der Stadt hinaus. 
Irgendwo bei Potsdam machten wir halt. Kaum hatten wir die Konserven geöffnet, das Brot angeschnitten, als einige Kinder aus den Büschen hervorschauten. 
Einer von uns lachte, nannte sie kleine Fritzen und wollte sie sogar wegscheuchen. Doch ein anderer hielt ihn zurück. «Wir wollen unseren Haß auf die Faschisten nicht auf die Kinder ausdehnen. Sie sind am Krieg unschuldig und haben sicher am schwersten darunter gelitten.» 
«Stimmt.»
Vor den Augen der hungrigen Kinder konnten wir nicht essen. Wir riefen sie heran. Zögernd kamen sie näher, und sie aßen von unserem Brot und den Konserven.  

An einem dieser herrlichen Maitage warteten beim Stab zwei Männer in amerikanischen Uniformen auf mich. «Sascha!» 
Pilstschikow, ein Jugendfreund aus dem Ural, stürzte auf mich zu. Wir umarmten uns, und er stellte mir seine Gefährten vor. Kostja begleitete mich zu meiner Wohnung. Unterwegs erzählte er mir, warum er eine amerikanische Uniform trug. Während der Kämpfe in Ostpreußen schossen ihn die Faschisten ab und brachten ihn in ein Kriegsgefangenenlager. Die Amerikaner befreiten das Lager und hielten ihn in Leipzig fest. Zusammen mit seinem Freund war er ihnen entwischt und hatte mich gesucht. Während ich Pilstschikow zuhörte, schaute ich ihn immer wieder an. Wie sehr hatte ihn die Gefangenschaft verändert. Seine Wangen waren eingefallen und die Gesichtsfarbe grau. 
Wir kannten uns schon dreizehn Jahre. Wir sollten in Perm das Fliegen erlernen. Doch dort bildete man keine Piloten mehr aus, sondern nur noch Flugzeugtechniker. Pilstschikow und ich gehörten zu den Hartnäckigen, die immer erfolglos um Versetzung baten. 
Pilstschikow sagte damals, er werde trotzdem fliegen. Das imponierte mir, und wir schlossen enge Freundschaft. 
Seit 1934, als jeder mit dem Marschbefehl zu seinem Truppenteil fuhr, hatten wir uns nicht mehr gesehen: Später erfuhr ich, daß er Pilot geworden war und ein Fliegerregiment kommandierte. 
Ich besorgte Pilstschikow eine Uniform. Obwohl es viel zu erzählen gab, blieb er nur einen Tag bei mir. Pilstschikow wollte so schnell wie möglich nach Hause, um seine Familie von der quälenden Sorge um sein Schicksal zu befreien. 

Über die Straßen Deutschlands zogen zu dieser Zeit viele Kolonnen ehemaliger Kriegsgefangener und Zivilisten. Begegnete ich einer dieser Kolonnen, so fragte ich, ob Flieger dabei seien. Meine Kameraden hielten es ebenso. Eines Tages meldete man mir, daß ein ehemaliger Kriegsgefangener den Fliegern zugerufen habe: «Sagt Pokryschkin, daß Babak in der Tschechoslowakei ist.»
Ich fuhr mit Trofimow und Suchow los, um Babak zu suchen. In der Tschechoslowakei fuhren wir von einem Lager zum anderen. Nur mein Dienstgrad und die drei Goldenen Sterne verhalfen mir zu Auskünften,- nein, einen Hauptmann und Helden der Sowjetunion hatten sie nicht bemerkt. Gegen Abend erreichten wir wieder ein Sammellager. Der Posten ließ uns nicht passieren. Wir riefen den Wachhabenden. «Flieger haben wir», meldete er kurz. «Einer hängt uns durch seine ewigen Bitten schon fast zum Halse raus. Er erzählt immer wieder, er sei Held der Sowjetunion.» 
«Holen Sie ihn», bat ich. 
Der Wachhabende führte uns in eine Baracke. Wenig später erschien Babak: abgerissen, hager, ausgezehrt und mit Verbrennungen im Gesicht. Als er uns sah, stürzte er uns entgegen, doch die Wache versperrte ihm den Weg. 
«Zurück, Bürger!» brüllte einer.
Babak blieb stehen. Tränen traten in seine Augen. Wir gingen zu Babak und begrüßten ihn.
Der Wachhabende sagte nichts dazu. 
«Ich nehme Hauptmann Iwan Babak mit in meinen Truppenteil. Ich weiß nicht, wo Sie während des Krieges waren und was Sie getan haben. Doch dieser Mann hier erwarb große Verdienste. Er schoß mehr als dreißig Flugzeuge ab.» 
Nach einigem Hin und Her gab man uns die Genehmigung, Babak mitnehmen zu dürfen. Babaks Freude war grenzenlos. In vollen Zügen genoß er die Fahrt in den Frühling. 

In Moskau liefen die Vorbereitungen für die Siegesparade auf Hochtouren. Von allen Fronten wurden Soldaten, Offiziere und Generale in die Hauptstadt berufen. Auch ich mußte meine Freunde in Riesa zurücklassen. So bald würde ich sie nicht wiedersehen. 
Jetzt drängte kein Krieg mehr zur Rückkehr, trieb uns keine Offensive. 

Quelle:
Marschall der Liftstreitkräfte A. I. Pokryschkin „Himmel des Krieges“, Militärverlag der DDR, Berlin 1974. 

Originaltitel
А. И. Покрышкин „Небо войны“, Москва 1970.

Ins Deutsche übersetzt von Helmut Heinrich

Über das Buch „Himmel des Krieges“ lesen Sie ein Vorwort

Einstige Kampfgefährten von A. I. Pokryschkin besuchen nach 44 Jahren Großenhain

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Die Veteranen der Pokryschkin-Division mit Offizieren des Divisionsstabes in Großenhain vor dem Denkmal der Su-7B
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Garnison der WGT in Großenhain - 16. September 1989

Im September 1989 weilten 8 einstige Kampf- und Weggefährten A. I. Pokryschkins erneut in Großenhain.

Sie besuchten die Garnison der sowjetischen Fliegerkräfte und es gab eine Festveranstaltung zu ihren Ehren im Haus der Offiziere. 

Auf ihrer zweiwöchigen Reise durch die damalige DDR – u. a. nach Berlin, Großenhain und Dresden – wurden sie von einem sowjetischen Filmteam begleitet, welches in Vorbereitung des 45. Jahrestages des Sieges einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Die Erben Pokryschkins“ drehte.

Zur Delegation der Kriegsveteranen der einstigen Pokryschkin-Division gehörten: K. W. Suchow, I. I. Babak, M. P. Dewjatajew, W. A. Berjoskin, A. I. Gerojew, W. W. Maslow, A. L. Iwanow und A. W. Fjodorow.

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Die Fotos vom Besuch auf dem Großenhainer Flugplatz und in der sowjetischen Garnison wurden uns freundlichst vom damaligen Divisionskommandeur Posrednikow sowie seinem Polit-Stellvertreter Tschikildik überlassen.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

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