Fliegerkosmonaut zu Gast in der Flugplatzausstellung

Am 9. Oktober 2013 weilte der russische Fliegerkosmonaut Viktor Michailowitsch Afanassjew zu einem Besuch in der Flugplatzausstellung Großenhain und bei DL0GRH am gleichen Standort.

Gemeinsam mit ihm wollte uns auch Sigmund Jähn, erster Deutscher im Weltall, besuchen. Leider musste er seinen Besuch wegen eines anderen dringenden Termins kurzfristig absagen. Sein Willkommensgeschenk sollte er einige Jahre später doch noch erhalten.

Viktor M. Afanassjew, der von 1970 bis 1976 selbst als Pilot und Angehöriger der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland gedient hatte, interessierte sich während seines Besuches sehr für den Wandel, der sich auf dem Flugplatzareal in Großenhain seit dem Abzug der sowjetisch-russischen Streitkräfte vollzogen hat.
Er war begeistert von den Anstrengungen der Stadt Großenhain, auf dem Gelände einerseits ein modernes Gewerbegebiet zu schaffen und andererseits mit verschiedenen Objekten die 100-jährige Geschichte des Platzes zu bewahren, für Besucher erlebbar zu machen und die fliegerische Tradition fortzusetzen.

Viktor Afanasjev_Karte
v.l.n.r. Marcel Reichel, Viktor M. Afanassjew, Ralf Kruse von der Fliegerschule "August der Starke" Dresden
Marcel Reichel erläutert das Geländemodell der sowjetischen Garnison um 1992
Vor den Informationstafeln zur Flugplatzgeschichte

Viel Zeit und Interesse hatte Viktor M. Afanassjew mitgebracht, um in der Flugplatzausstellung die präsentierten Objekte, hauptsächlich aus der Periode der sowjetischen Besetzung von 1945 – 1993, zu betrachten, sich von Herrn Reichel das Geländemodell des Platzes um 1992 erklären zu lassen, die in deutscher Sprache verfassten Tafeln zur Geschichte des Großenhainer Flugplatzes zu studieren und sich den 60-minütigen Film zur Geschichte des Flugplatzes anzuschauen.

v.l.n.r. Carola Gärtig, Viktor M. Afanassjew, Marcel Reichel
v. l. n. r.: Gerd DO3GHS, Viktor M. Afanassjew, Marcel DO2GHR
v.l.n.r. Carola Gärtig, Viktor M. Afanassjew und Marcel Reichel vor der Abschiedsstehle der sowjetischen Flieger an der Flugplatzausstellung

Auch die Tätigkeit der Amateurfunker am Standort der Flugplatzausstellung, die von Marcel DO2GRH und Gerd DO3GHS beschrieben wurde, interessierte ihn.
Offensichtlich ist es das gemeinsame Hobby “Funk geht um die Welt” und die friedliche Nutzung von Militärtechnik durch die Interessengruppe Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenster“Military Radio Runde”, was Viktor M. Afanassjew zu einem gemeinsamen Erinnerungsfoto vor der Abschiedsstehle der sowjetischen Streitkräfte bewog.

Am Ende seines Besuches trug er sich in das Gästebuch der Flugplatzaustellung ein, schenkte uns einige Autogrammkarten und ließ sich gern für ein Erinnerungsbild fotografieren.
Es waren interessante Stunden, die wir mit Viktor M. Afanassjew verbringen konnten.

Spontan lud er uns danach zu einem Vortrag über seine insgesamt 4 absolvierten Raumflüge ein, den er im Konferenzraum der Firma FHR Anlagenbau GmbH in Ottendorf von 16.00 Uhr bis 19.30 Uhr hielt.

Sehr begeistert waren wir von diesem spannenden und überaus interessanten Vortrag, in dem uns Viktor M. Afanassjew persönliche Videoaufnahmen von seiner Vorbereitung und Ausbildung zum Kosmonauten, seinen Langzeitflügen und Ausstiegen in den Kosmos sowie der Rückkehr zur Erde und dem Empfang zeigte und ausführlich und lebhaft  kommentierte.

Auch Sigmund Jähn sollte ein Erinnerungsgeschenk erhalten - leider konnte er nicht mitkommen.
Während seines Vortrages v.l.n.r. Dr. Reinhard Fendler - Firmenchef von FHR Anlagenbau, Viktor M. Afanassjew, Dolmetscherin Wally Groß

Weltraumflüge

1. Weltraumflug

2.12.1990 – 26.05.1991

Sojus TM-11/ Mir

Kommandant

Dauer:

175 d, 1h, 50′, 41″

2. Weltraumflug

08.01. – 09.07.1994

Sojus TM-18/ Mir

Kommandant

Dauer:

182 d, 00 h, 27′, 02″

3. Weltraumflug

20.02. – 28.08.1999

Sojus TM-29/ Mir

Kommandant

Dauer:

188 d, 20 h, 16′, 19″

4. Weltraumflug

21.10. – 31.10.2001

Sojus TM-33/ Sojus TM-32/ ISS

Kommandant

Dauer:

09 d, 20 h, 00′, 25″

Ausstiege und Arbeiten außerhalb der Raumstationen

1. 7.01.1991 (5 h, 18 ‘) –  u. a. Reparatur der undichten Kwant2-Luke

5. 16.04.1999 (6 h, 19 ‘) –  u. a.Aussetzen von Sputnik-99; Test von Ausrüstungen

2. 23.01.1991 (5 h, 33 ‘) –  u. a. Montage des ersten Strela-Krans an der Mir

6. 23.07.1999 (6 h, 07 ‘) –  u. a. Montage der Parabol-Antenne an Sofora

3. 26.01.1991 (6 h, 20 ‘) –  u. a. Montage von Halterungen für Solarzellen

7. 28.07.1999 (5 h, 22 ‘) –  u. a. Entfaltung der Parabol-Antenne an Sofora

4. 25.04.1991 (3 h, 34 ‘) –  u. a. Inspektion der defekten Kurs-Antenne

Gesamtzeit38 h, 33 ‘

(Quelle: spacenet.h1.ru/astronaut/3/manexe238.htm)

Es waren Aufnahmen, wie man sie noch nie im Fernsehen oder anderen Medien gesehen hat und die den Kosmonauten erst seit den internationalen Weltraumprojekten möglich und erlaubt sind.

Es war eine unvergesslich schöne Veranstaltung, die von der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterFliegerschule “August der Starke”, besonders durch Herrn Ralf Kruse, in Dresden und der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterFirma FHR Anlagenbau GmbH, besonders durch Herrn Dr. Reinhard Fendler, gemeinsam mir Viktor M. Afanassjew organisiert wurde.

Bolschoje spasibo, Viktor M. Afanassjew! Smiley

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