Vom Tornado geknickt

Sächsische Zeitung – Großenhainer Zeitung

  • Flugplatz
    Die MiG-17 soll restauriert werden. Flugzeugfreunde suchen seit Langem nach einem neuen Leitwerk.

Von Birgit Ulbricht

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Das Denkmal mit der MiG-17 am Flugplatz ist Symbol der langen Militärgeschichte des Standortes.
Das historische Flugzeug ist vom Tornado beschädigt, der Sockel ist inzwischen mehrfach von Vandalen beschmiert worden.
Ein Wahrzeichen verfällt. 

Fotos: Brühl

Alle Tornadoschäden sind beseitigt. Alle? Nicht alle. Ein ziemlich repräsentativer steht in aller Öffentlichkeit am Eingang zum Großenhainer Flugplatz und wird doch kaum wahrgenommen. Die alte MiG-17 – sie war schon zu Russenzeiten das Wahrzeichen des Großenhainer Flugplatzes. Damals stand sie an einem großen Drehkreuz vorm Hauptgebäude, nebenan gleich das Gefängnis.

In Warschau gelandet

Heute, in Friedenszeiten, steht sie unmittelbar an der Brandruine der Saunawelt. So kann es gehen. Auf dem riesigen Betonsockel hat sie die Entmilitarisierung in Würde überstanden, dem neuen Gewerbe- und Industriestandort Großenhain einen echten Blickfang verliehen. Bis zu jenem Pfingstmontag 2010, als der Tornado kam. Seitdem ist sie verbeult. Das Höhenruder ist hin, die Flüge sind geknickt. So steht sie da – als Symbol eines weiteren unauslöschlichen Ereignisses. Das soll allerdings nicht so bleiben. Wolfgang Bothur hat sich seit längerem umgehört auf der Suche nach einem neuen Leitwerk. „Das ist nicht so einfach, die liegen nicht mehr herum“, sagt Wolfgang Bothur. Sein Kontakt ins Polnische Militärmuseum nach Warschau soll jetzt den Durchbruch bringen. Die Großenhainer hoffen auf die dringend benötigten Ersatzteile. Und die Großenhainer Flugbegeisterten hoffen natürlich, dass die Stadt das Wahrzeichen reparieren lässt. Denn zuständig sind weder der Freistaat Sachsen, noch die neue Flugplatzbetreibergesellschaft, sondern die Stadt Großenhain. Sie kaufte das Wahrzeichen sozusagen damals mit. Ganz billig wird die Aktion nicht. „Die Stadt rechnet mit einem größeren vierstelligen Betrag“, sagt Rathaussprecherin Diana Schulze. Kein Pappenstil, aber auch keine Unsumme, angesichts anderer Ausgaben. Trotzdem würde sich die Stadt über Sponsoren freuen.

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Die MiG-17 im Jahr 1993 vor der alten Kommandantur. Bernd Fiedler klettert übrigens gerade auf das Flugzeug. 

Repro: Arvid Müller

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