Wer ist ohne Fahrleitung Lok gefahren?

Sächsische Zeitung – Großenhainer Zeitung (Landkreis Meißen) – 3. Dezember 2018 

Der MDR will über ein Kuriosum der Bahngeschichte berichten, das es nur in Großenhain gab.

Von Birgit Ulbricht

So sah es aus wenn Jagdflieger starteten und landeten. 

Foto: Flugplatz Ausstellung

Der Flugplatzhistoriker Marcel Reichel sucht Lokführer, die in der Zeit von 1967 bis 1995 auf der Bahnstrecke Dresden – Cottbus über Großenhain gefahren sind. Auch Stellwerksangestellte vom Bahnhof Lampertswalde oder vom Cottbuser Bahnhof aus dieser Zeit können sich melden. Denn auch sie kennen eine Besonderheit, die wohl einmalig war in der DDR. Denn 660 Meter Gleise verliefen über den Flugplatz ohne Fahrleitung. Die Züge mussten Anlauf nehmen und hoffen, dass sie mit genügend Schwung auf der anderen Leitungsseite ankommen. Denn die Eisenbahnlinie Dresden – Cottbus verläuft südlich vom Flugplatz. Der Streckenabschnitt dort wurde 1987/88 elektrifiziert. Experten hatten Bedenken. So dicht am Flugplatz? Was ist, wenn sich eine Maschine im Landeanflug im Fahrleitungsdraht verfängt? Die Lösung war sehr russisch: Auf einer Länge von 660 Metern wurde die Fahrleitung einfach weggelassen. Die Zugführer erhielten vom sowjetischen Flughafenpersonal die Freigabe zur Durchfahrt. Am 20. Dezember will der Sachsenspiegel diese Kuriosität aufgreifen. Dafür werden Zeitzeugen gesucht. 

Kontakt: Marcel Reichel, 01738607392 oder per Mail an: granit1@freenet.de

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